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Die Reflektorische Atemtherapie
– Informationen für PatientInnen

Unsere Atmung beeinflusst weit mehr als nur unsere Versorgung mit Sauerstoff. Sie steht in enger Verbindung mit dem Nervensystem, der Muskulatur, den inneren Organen, dem Herz-Kreislauf-System sowie unserer Psyche und Emotion.

Gerät dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht – etwa durch Stress, Schmerzen, Verspannungen oder chronische Erkrankungen – kann das spürbare Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität haben. Die Reflektorische Atemtherapie (RAT) ist eine physiotherapeutische Behandlungsmethode, die Ihre natürliche, unbewusste Atembewegung unterstützt und reguliert. Sie hilft Ihrem Körper, wieder frei zu atmen – unterstützt damit wichtige körperliche Funktionen.

Was ist die Reflektorische Atemtherapie?

Im Unterschied zu vielen anderen Atemmethoden arbeitet die RAT nicht mit bewusst gesteuerten Atemübungen. Stattdessen setzt die Therapie auf die Kraft der unwillkürlichen Atmung – dem Atem, der ganz von selbst geschieht.

Der Therapeut setzt dabei manuelle Reize auf der Haut und in den darunterliegenden Strukturen. Diese Reize aktivieren Reflexe, die Ihre Atembewegung automatisch beeinflussen und verändern. Der Körper reagiert dabei intuitiv ohne Ihre bewusste Steuerung und ganz individuell. Die Therapie wirkt auf den gesamten Organismus .

Für welche Beschwerden eignet sich die Reflektorische Atemtherapie?

Die Reflektorische Atemtherapie wirkt ganzheitlich auf Atmung, Nervensystem, Muskulatur, Organe und Psyche. Sie kann bei vielen Beschwerden unterstützen, zum Beispiel:
  • Lungen- und Atemwegserkrankungen

    wie Asthma, COPD, Mukoviszidose, Bronchitis, Lungenfibrose sowie funktionellen Atemstörungen (Vocal Cord Dysfunction, chronische Hyperventilation, thorakale Hochatmung, dem subjektiven Gefühl von Atemenge oder Atemnot)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates und orthopädische Einschränkungen

    wie Skoliose, Arthrose, M. Bechterew, Gelenkblockaden und starke Verspannungen
  • chronische Schmerzsyndrome

    wie Rücken-, Hüft- oder Schulterschmerzen
  • funktionelle Störungen der inneren Organe

    Reizdarmsyndrom, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Übelkeit, Herzbeschwerden
  • neurologische Erkrankungen

    wie M. Parkinson, Multiple Sklerose, ALS und Einschränkungen nach Schlaganfällen, Migräne
  • psychosomatische Störungen

    Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen, Unruhe
  • Störungen der Stimme und des Schluckvorganges

Die Reflektorische Atemtherapie eignet sich in besonderer Weise für Menschen, bei denen eine aktive und willkürliche Mitarbeit eingeschränkt möglich ist. Sie wird daher auch in speziellen medizinischen Fachrichtungen eingesetzt:

  • in der Frühgeborenen- und Kinderheilkunde
  • in der Intensivmedizin
  • in der Palliativmedizin

Eine physiologische Atmung unterstützt ebenso präventiv

  • bei Erschöpfungszuständen in Phasen besonderer körperlicher, mentaler oder emotionaler Belastung
  • im Leistungssport
  • Stimme, Sprache und Ausdruck von (professionellen) Sängern oder Vielsprecher (Lehrer, Redner,…)

Was Patienten während der Therapie häufig erleben

Neben den oftmals objektiv messbaren symptombezogenen Veränderungen durch die Reflektorische Atemtherapie beschreiben viele Patienten:

  • ein Gefühl von Weite und Raum im Brustkorb
  • Erleichterung und tieferes Durchatmen
  • eine angenehme Wärme und Muskelentspannung
  • mehr Ruhe und innere Balance
  • eine neue Wahrnehmung der eigenen Atmung

Die Behandlung wirkt dabei nicht nur lokal, sondern systemisch: Die Atmung beeinflusst zahlreiche Prozesse im Körper – diese Regulation wird durch die Therapie unterstützt.


Wie viele Behandlungen sind sinnvoll?

Die Anzahl der Sitzungen hängt ab von:

  • Ihrer Grunderkrankung
  • Ihrem Beschwerdebild
  • Ihrem Therapie-Ziel

Viele Patienten spüren bereits nach wenigen Terminen eine deutliche Veränderung. Für eine nachhaltige Wirkung hat sich eine regelmäßige Behandlung bewährt.

Hier finden Sie zertifizierte RAT-Therapeuten in Ihrer Nähe:

Voraussetzung für die Eintragung auf unserer Therapeutenliste ist die Teilnahme an der Fortbildungsreihe „Reflektorische Atemtherapie.“ Die Aufnahme in die Liste stellt keine Empfehlung dar. Die Auswahl eines Therapeuten erfolgt eigenverantwortlich. Nur Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die eine fundierte Weiterbildung in Reflektorischer Atemtherapie abgeschlossen haben, dürfen diese Methode anbieten.